Institut für Soziologie
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Ankündigungen der Direktorin zur Gestaltung des Wintersemesters

22.07.2021

Liebe Studierende, liebe Mitarbeitende und Dozierende am Institut für Soziologie,

das Sommersemester ist fast geschafft, das dritte Online-Semester in Folge. Nun richtet sich der Blick nach vorn auf das Wintersemester 2021/22. Das Leitungsgremium des Instituts für Soziologie hat sich dazu umfassend beraten. Unser Wunsch ist, dass alle – Studierende wie Dozierende – möglichst bald an die Universität in Präsenz und damit zur Normalität zurückkehren können. Selbstverständlich aber nur, soweit das Pandemiegeschehen und die geltenden Rahmenbedingungen dies zulassen.

Zentrale Voraussetzung für die Rückkehr zu Präsenzlehre im Normalbetrieb ist, dass die sogenannte Abstandsregel der Hygienevorschriften durch die Staatsregierung aufgehoben wird. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat uns jedoch am 12.07.2021 mitgeteilt, dass die Abstandsregel auf jeden Fall im Wintersemester bestehen bleiben soll, unabhängig vom Infektionsgeschehen, dem Anteil der Geimpften, der Maskenpflicht oder einer möglichen Anwendung der 3G-Regel (Geimpft, Getestet, Genesen).

Für etliche von uns Dozierenden ist das pauschale Festhalten an der Abstandregel angesichts der Lockerungen in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens schwer nachvollziehbar. Wir erwarten eine Überprüfung und Begründung dieser Regelung durch die Verantwortlichen. Die späte Kommunikation ist unserer bis zuletzt bestehenden Hoffnung geschuldet, Aussichten auf Präsenzlehre im Wintersemester zu haben. Nach wie vor hoffen wir auf eine Überprüfung der Abstandsregel, aber letztlich wollen wir unsere Energie nun auf eine möglichst gute Planung des Wintersemesters unter diesen Rahmenbedingungen konzentrieren.

Um Ihnen die Problematik der Abstandsregel zu verdeutlichen und die Konsequenzen aufzuzeigen, möchten wir nachfolgend ins Detail gehen: Die Abstandsregel schreibt vor, dass Vorlesungs- und Seminarräume nur so belegt werden dürfen, dass 1,5 Meter Abstand zwischen den Plätzen sichergestellt ist. Dadurch ist die Raumkapazität auf etwa 10-15 Prozent der normalen Plätze beschränkt, so dass Präsenzlehre schlicht nur zu einem ganz kleinen Teil stattfinden kann. Die meisten Seminarräume sind für typische Seminargrößen von 20-40 Personen konzipiert und damit bei Einhaltung der Abstandsregel viel zu klein (z.B. sind in den Seminarräumen in der Konradstraße maximal sechs Präsenzplätze erlaubt). Vorlesungen mit 100 oder mehr Teilnehmenden sind unmöglich.

Theoretisch ist unter Wahrung der Abstandsregel dann nur Hybridlehre möglich, d.h. eine Kombination aus Präsenz- und Online-Lehre. In der praktischen Umsetzung stellt uns diese aber ebenfalls vor Probleme. So ist ein Wechselunterricht (bei dem nur ein kleiner Teil der Studierenden vor Ort sein kann und der Rest online zugeschaltet wird), organisatorisch kaum zu bewältigen, denn Studierende müssten damit rechnen, beispielsweise von 10-12 Uhr an der Uni zu sein, sich von 12-14 Uhr eine stabile Zoom-Verbindung zu suchen und dann von 14-16 Uhr wieder an der Uni zu sein. Darüber hinaus sind unter anderem die Räumlichkeiten der Konradstraße für Hybridlehre nicht optimal geeignet (wie im Sommersemester getestet).

Bei all diesen Überlegungen kommen wir daher immer wieder zu dem Schluss, dass bei Beibehaltung der Abstandsregeln eine reguläre Präsenzlehre nicht möglich ist und ein Großteil der Lehre digital erfolgen muss. Wir möchten insbesondere für Studierende, die derzeit keinen Wohnort in München haben, Planungssicherheit schaffen und haben uns daher entschieden, dass wir Ihnen auch im Wintersemester 2021/22 – sofern sich an den Regelungen nichts grundsätzlich ändert, wovon derzeit auszugehen ist – die Möglichkeit eines rein digitalen (Fern-)Studiums garantieren möchten.

Trotzdem werden wir uns bemühen, unter diesen Rahmenbedingungen kreative Ideen zu entwickeln, um Interessierten gleichwohl so viel Präsenzangebote wie möglich zu machen: Etwa in Form von einzelnen Hybridangeboten, kleineren Gruppenbesprechungen und Blockseminaren an Wochenenden – selbstverständlich immer mit Aufzeichnungen der zentralen Inhalte, sofern nicht alle Personen analog die Veranstaltungen besuchen können.

Sollten sich wesentliche Neuerungen geben, werden wir Sie per E-Mail informieren. Einstweilen wünsche ich uns aber allen einen guten Semesterabschluss und dann gute Erholung. Genießen Sie den Sommer, beachten Sie die Möglichkeit der Impfangebote und haben Sie eine schöne analoge Semesterpause!